© Rainer Wulff (o. Datum, immer wieder aktualisiert, zuletzt 8/2015, nach einer alten Geschichte von Willy Astor)

Nach dem WM-Stress mit Fernseh-Marathon stand eine kleine Erholungsreise an. Es ging ins Abseits auf einen einsamen Alpenhof direkt neben dem brach liegenden Feld vom alten Mertes, dem Mertesacker mit Blick auf den schneebedeckten Halstenberg. Urlaub auf dem Bauernhof.

Gomez schnell!“ babbelte der Trainer, als wir van der Vaart müde aus dem Bus stiegen. Viel gab es zu bestaunen, z.B. die dem Apostel Matthäus gewidmete, jedoch stark abgewrackte Dorfkirche mit dem Großkreutz auf dem Turm. Pastor Himmelmann war allerdings stolz auf die Deckenmalerei: „Italienische Renaissance: ein schwarzer Paradiesvogel, ein echter Balotelli!“ Und wie schön der himmlische Heerwagen!

Wir trafen auf die Dorfbewohner, den frustrierten Müller, der jeden Tag mit einem etwas undichten Kahn zu seiner Wassermühle fahren muss, direkt am sprudelnden Hollerbach. Irgendein Tor wollte sogar wissen, ob es hier auch niedliche Robben gebe. Aus dem Nachbardorf wurde gerade ein Neuer Fallensteller erwartet, der Trappa-Toni, der den streunenden Waschbären zu Leibe rücken sollte. Im Zentrum der Idylle lag eine kraftstrotzende Wiese, die von einem hungrigen Schaaf solange gemäht wurde, bis ein Stoppelkamp entstand. Da weidete sogar ein Bulle, kein hässlicher Red Bull, sondern ein starker Trybull. Hoch oben am Firmament zog ein mächtiger Adler über den Gipfeln des Mount Kedhira seine Kreise. Laut einem uralten Märchen der Gebrüder Bender soll sogar ein eitler, nur selten wilder Löw’ das Revier bewachen.

„Morgen kommt der Schweinsteiger. Und wenn sein großer Rettich sich regt, dann sind die Sauen bald wieder trächtig“, freute sich der rührige Landwirt, der Beckenbauer. Unsere Unterkunft sah leider recht chaotisch aus. „Hier hat zuletzt unser Messi gehaust“, entschuldigte er sich. Bei sommerlicher Hitze war das Wasser knapp: „Wir haben mal wieder nur Sparwasser!“ stöhnte der Gastgeber und bot seinen verschwitzten Gästen einen winzigen Badstuber an. Die Enttäuschung war aber Kroos, denn ganz Lahm war man, wenn man mit lautem Boateng und heftigem Buballa aus dieser engen Wanne stieg. Da hatte man sich eine Stärkung verdient: einen Ronaldo-Riegel, zuckersüß! Doch der bekam leider nicht jedem, und so begann ein Wettlauf zum immerhin Elfmeter entfernten und dann auch noch mit einer Viererkette abgesperrten Klose-tt,….

Und deshalb musste leider auf den geplanten Ausflug zur 5000 Jahre alten Gletschermumie, zum Özil, verzichtet werden! Vielleicht ja 2016, wenn wir uns nach der EM erneut von der Überdosis Fußball erholen müssen. Tschauner mal!